JF Wankendorf im Zeltlager 2018

„Tatatatatütatata – ich wär‘ so gern bei der Feuerwehr…“ trällerte es aus Kayas Boxen. Dazwischen mogelte sich auch mal das Liedchen „Dorfkind“ in die Playlist oder ein Lied über Helmut, Urlauber auf Malle, der einfach keine Brille kaufen will. 17 Jugendliche und Grölgesänge in einer Lautstärke von gefühlt 120 db – die Stimmung war bereits zu Beginn des Zeltlagers auf höchstem Niveau!

Am Samstag, den 7.7.2018 Punkt 8h hieß es „Zum Zeltlager in Büsum nach hinten weggetreten“ und schon ging die Reise los. Wir wollten möglichst früh unseren Zeltplatz erreichen, denn wir hörten, dass auch die JF Itzstedt ihr Zeltlager in Westerdeichstrich (bei Büsum) aufschlagen wollten. Um uns den besseren Platz zu sichern düsten wir, sofern es der GWL und das MTF zuließen, los und kamen auch genau 10 Minuten vor den Itzstedtern an. Recht zügig wurden bei bestem Wetter die Zelte aufgebaut und erstmal eine OKF durch Büsum gestartet. ALDI: check, Edeka: check, Baumarkt: check. Alles da, und nachdem unsere Portemonnaies etwas leichter waren ging es zurück. Fußball rausgekramt, Spielplatz ausgekundschaftet und abends schön am Deich die nicht verschlossenen Strandkörbe besetzt und die Sicht aufs Watt genossen. Am nächsten Tag, es war wieder sonnig, bot Henrike an, mit denjenigen, die Lust auf Mittelalter hatten, zum Meldorfer Markttreiben zu fahren. Da doch mehr mit wollten, als gedacht, wurde Ingo als Fahrer zwangsrekrutiert. Und während einige die Zeit bei einem Italiener verplemperten schauten andere Zauberern, Schmiede, Mönche und Jäger bei ihren Tätigkeiten zu.

Montag wurde es dann im wahrsten Sinne des Wortes düster. Es braute sich Unheil an: die Taufen standen bevor! Da letztes Jahr die Taufen ausfielen (Zitat Ron: „Letztes Jahr gab es auch ohne Taufen genug Wasser“) wurden nun 8 Täuflinge den Schikanen der bereits Getauften ausgesetzt. Mit mehr oder weniger starken Blessuren, aber zum Glück ohne ernsthafte Verletzungen, war auch dieser Tag überstanden und jeder Täufling erfreute sich mehr oder weniger seines neuen Namens. Grundsätzlich war die Gefahr nachhaltiger Verletzungen dank Kaya, unserer Sanitäts-Rettungsmaus- und ihrem Helfer Felix vernachlässigbar. Sobald jemand schrie stand Kaya schon mit Pflaster und Kühlpack bewaffnet zur Stelle, da hatte auch die größte Beule keine Chance! Dienstag stand ein bisschen Bio auf dem Stundenplan. Es ging nach Tönning ins Multimar. Durch eindrucksvolle Aquarien, tolle Gezeiten- und Küstenschutzmodelle sowie Spiele und Infotafeln rund um den Nationalpark Wattenmeer lernten wir diesen so richtig kennen. Danach ging es zum historischen Hafen von Tönning, wo noch schnell ein Fischbrötchen verspeist wurde und dann ab ins Watt. Bei bestem Wetter wurde geprüft, wie weit ein Mensch einsinken kann und sich im Schlickrutschen geübt. Nur Fische haben wir keine gefangen.

Mittwoch stand dann für diejenigen, die vom Watt genug hatten, ein Besuch bei der Seehundstation in Friedrichskoog an. Der Rest ging wieder Wattwandern. Anstelle von Julia gesellte sich jedoch ein Schlammwesen zu der Gruppe. Das Schlammwesen schien uns aber wohlgesonnen und so nahmen wir es mit zurück ins Lager. Der folgende Tag sollte uns noch weiter in die Nordsee treiben. Mit der MS „Hauke“ ging es zum Krabbenfischen mit anschließender Krabbenverköstigung auf die Nordsee. Da wir abseits der Fanggebiete und mit deutlich kleinerem Netz auf Krabbenjagd gingen, war die Ausbeute leider entsprechend gering. Aber jeder hatte zumindest die Chance sich im Krabbenpulen zu üben und wir erfuhren auch noch was über die „Mitgefangenen“ der Krabben. Während letztere dann in den Kochtopf kamen, wurden Seestern, Krebs & Co. wieder freigelassen. Auch wenn das Krabbenfangen nun nicht allzu anstrengend war, belohnten wir uns anschließend mit einem leckeren Eis und machten uns am Nachmittag auf zur Perlebucht. Diese künstlich angelegte Bucht war dann leider weniger idyllisch als angepriesen, vielmehr war sie vollkommen überlaufen und baden war auch nur für wirkliche Hartgesottene möglich. Wenn selbst Niklas K. das Zittern anfängt, dann ist das Wasser schon wirklich kalt.

Wärmer war es dann am nächsten Tag in Husum, wo jeder nochmal seine letzten Euros auf den Kopf hauen konnte. Danach ging es zum Eidersperrwerk. Dieses ziemlich imposante Bauwerk, immerhin eines der größten Küstenschutzbauwerke Europas, war leider zum Großteil eingerüstet, aber dennoch eine Reise wert. Nebenbei lernten die Kids noch was zum Thema Küstenschutz und Binnenentwässerung.

Als kleines Dankeschön an die Kids für eine wahnsinnig tolle Woche verwandelten sich die Betreuer am Abend in Barkeeper und eröffneten die „Knick-Bar“. Der Abend fasste die Woche sehr gut zusammen: gute Laune, gute Musik und gute Unterhaltung dank den lustigen Beiträgen vom La Paloma-Boy Ingo und den eifrigen Barkeepern Jan und Arvid. Zu all dem gesellte sich, jedenfalls für Zeltlagerverhältnisse, dann die kulinarischen Hochgenüsse in Form von u.a. Cocos-Ananas-Cocktails mit einem Spritzer Himbeer an Melone. Gesättigt – mach einer vielleicht auch übersättigt- gingen alle glücklich und zufrieden ins Bett, bis auf die Nachtwache natürlich. An diesem Abend haben die 6 Großen den 6 Kleinen angeboten, deren letzte Nachtwache zu übernehmen. Das zeigte vor allem eins: das Zeltlager hat nicht nur für viel Spaß und Vergnügen gesorgt, sondern vor allem eine tolle Kameradschaft entstehen lassen.